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Strahlung und einfluss auf Elektronik

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Amono

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Leicht Verstrahlter
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Beiträge: 7

Registriert: Mi 6. Nov 2013, 07:02

Wohnort: Schweiz

Beitrag Do 1. Jan 2015, 20:26

Strahlung und einfluss auf Elektronik

Hallo zusammen,

ich bin schon länger auf der suche nach Angaben/Schriftstücken zum verhalten von Elektronik und Strahlung.
Nach dem Unglück wurden ja auf dem Reaktorgebäude auch ferngesteuerte Fahrzeuge verwendet die nicht lange funktionierten. Nur was genau ist da defekt gegangen?

Weiter würde mich interessieren ob Röntgenstrahlung Einfluss auf Speicherchips haben kann. Eprom oder so.
Ich spreche hier nicht von Totalzerstörung, sondern von defekten einzelner Programmteilen nach einer Röntgendurchsuchung eines LKW.
Um diese kleinen Anlagen im Flughafen mache ich mir keine sorge meine Geräte durchzugeben, aber einen LKW mit voll geladener Ladefläche zu durchleuchten braucht dann schon etwas mehr power, und wenn dann diese Geräte auf der Senderseite an der Aussenhaut des LKW waren könnten diese schon eine gute Strahlungsenergie abbekommen haben.

Unter anderem ist bei uns grad ein Vorfall wo wir uns nicht erklären können wieso bei sehr vielen High-Tech Elektronikteilen ( Microcontroller für Videowände ) nach einem Einsatz in Russland Programmfehler vorhanden sind.
Die LKW wurden an der Russischen Grenze durchleuchtet, diese Geräte sind aber sehr viel im Einsatz und machen sonst keine solcher Probleme.
Die Fehler sind eben nicht auf dem Laufwerk ( CompactFlash ) mit der Betriebssoftware vorhanden, sondern auf der Firmware vom Microcontroller selbst.

Was denkt Ihr so über das Thema?

Gruess Sascha
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jsbid

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Beiträge: 241

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Beitrag Do 1. Jan 2015, 21:46

Re: Strahlung und einfluss auf Elektronik

Amono hat geschrieben:ich bin schon länger auf der suche nach Angaben/Schriftstücken zum verhalten von Elektronik und Strahlung.

Wenn Du bei google anfaengst nach "radiation hardened" zu suchen, solltest
Du ein paar Ausgangspunkte bekommen.

Nach dem Unglück wurden ja auf dem Reaktorgebäude auch ferngesteuerte Fahrzeuge verwendet die nicht lange funktionierten. Nur was genau ist da defekt gegangen?

Das frage ich mich bis heute. In der sehr brauchbaren Doku "Chernobyl 3828"
heisst es ja z.B., Joker sei wegen der zu hohen Strahlung (fuer die er nicht aus-
gelegt war) draufgegangen. Nun war Joker aber bereits im Hinblick auf den
Einsatz in verstrahlten Umgebungen konstruiert worden und da kann ich mir
nicht vorstellen, dass dort eine Menge HighTech-Elektronik (der 70er und
80er Jahre) verbaut war. In diesem Fall waere es doch schlauer, auf elektro-
mechanische Komponenten wie Relais und dgl. zu setzen und saemtliche
"komplexere" Elektronik (und insbes. Halbleiter) zu vermeiden. Ich persoenlich
glaube ja nicht, dass das Ding wegen der Strahlung ausgefallen ist...

Weiter würde mich interessieren ob Röntgenstrahlung Einfluss auf Speicherchips haben kann. Eprom oder so.

Ja. Ich habe mir mal den Spass gemacht OTPs mit Roentgenstrahlen zu
loeschen. Das ganze war aber rein akademischer Natur da es hier ziemlich
hoher Strahlendosen bedarf (is ja nicht grad die Wellenlaenge auf die
EEPROMs empfindlich sind) und die Dinger dabei schon thermisch recht
gestresst werden. Da weiss man natuerlich nicht, wie verlaesslich eine
Neuprogrammierung "halten" wuerde; aber zum Loeschen reichts allemal.

Unter anderem ist bei uns grad ein Vorfall wo wir uns nicht erklären können wieso bei sehr vielen High-Tech Elektronikteilen ( Microcontroller für Videowände ) nach einem Einsatz in Russland Programmfehler vorhanden sind.
Die LKW wurden an der Russischen Grenze durchleuchtet, diese Geräte sind aber sehr viel im Einsatz und machen sonst keine solcher Probleme.
Die Fehler sind eben nicht auf dem Laufwerk ( CompactFlash ) mit der Betriebssoftware vorhanden, sondern auf der Firmware vom Microcontroller selbst.

Wo befindet sich denn die besagte Firmware? Auf einem Flash?
Oder sprichst Du vom Mikrokode der CPU?
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Amono

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Leicht Verstrahlter
Leicht Verstrahlter

Beiträge: 7

Registriert: Mi 6. Nov 2013, 07:02

Wohnort: Schweiz

Beitrag Do 1. Jan 2015, 22:19

Re: Strahlung und einfluss auf Elektronik

Wo befindet sich denn die besagte Firmware? Auf einem Flash?
Oder sprichst Du vom Mikrokode der CPU?

Ja jetzt wird es zu elektronisch für mich.
So wie es mir mein Elektroniker erzählt hat handelt es sich einmal wie bei einem PC um ein "Bios" und halt die CF-Karte mit dem Betriebssystem, der andere Gerätetyp muss ich klären nächste Woche.


Welche Energie wird bei einer Röntgenstrahlung verwendet für eine LKW Durchleuchtung?
Steht das irgend wie auch nur ein wenig in realistischer grösse zu deinem Versuch?
Zumal unsere Geräte noch in Blechgehäusen mit Schirmung und Holzkisten verbaut sind.
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asafschnuff

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Zonenbewohner

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Registriert: Do 14. Nov 2013, 18:58

Beitrag Do 1. Jan 2015, 22:38

Re: Strahlung und einfluss auf Elektronik

Ich denke die Röhrenspannung wird sicher unter 200 kV bleiben.... Ansonsten würde das Prozedere kaum Sinn ergeben da die Details zunehmend verschwinden würden. Eine hohe Stromstärke und großer Brennfleck geben sicher den Inhalt eines Lkw Preis.
Ich kann mir nicht wirklich vorstellen das indirekt ionisierende Photonen mit geringer Energie großen Schaden an Elektronik anrichten. Eher noch bei geladenen Teilchen hoher Energie...... Mit Sicherheit kam es desshalb zu den Ausfällen auf dem Reaktor Dach. Ein bisschen Blech oder etwas Stahl können Sie ohne weiteres durchdringen.
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jsbid

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Beiträge: 241

Registriert: Fr 26. Jul 2013, 07:42

Beitrag Sa 3. Jan 2015, 16:13

Re: Strahlung und einfluss auf Elektronik

Amono hat geschrieben:Welche Energie wird bei einer Röntgenstrahlung verwendet für eine LKW Durchleuchtung?
Steht das irgend wie auch nur ein wenig in realistischer grösse zu deinem Versuch?

Ueberhaupt nicht. Bei meinen Loeschversuchen waren richtig viele kGy
dahinter und das hat auch richtig gedauert; ich muesste mal rumkramen
ob ich noch was dazu finde (is ja schon viele Jahre her).
Auf jeden Fall habe ich allergroesste Zweifel daran, dass man mit Roentgen-
strahlung im Rahmen von "normalen" Durchleuchtungen irgendwas bei
Elektronik anrichten kann. Auch nicht bei Halbleiterspeichern und auch nicht
bei den Russen. Die muessten sonst alles mit 'nem Sonnebrand herumlaufen
(wenn sie denn dann ueberhaupt noch laufen ;-)).

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