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Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

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pansophos

Leicht Verstrahlter
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Beitrag Fr 8. Apr 2016, 17:17

Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Hallo,

nachdem meine Frau sich weigerte, gemeinsam Kurzurlaub in Pripyat zu machen (wir sind beide Fotofans von "Lost Places"), musste ich meinen Frust durch ein neues "Spielzeug" kompensieren. Die technischen Daten samt Fotos kann man hier nachlesen: http://www.ebay.com/itm/Q-Safe-QSF104-R ... SwKIpWALUk

Grundsätzlich bin ich mit meinem Inspector Exp USB recht zufrieden, ich habe auch noch einen alten SV-500 mit Pancake Sonde, an dem ich insbesondere die Verarbeitung schätze und ein RAM 2. Was mir - subjektiv - noch fehlte (außer vielleicht einem Gamma-Spektrometer), war ein Szintillationszähler. Da traf es sich recht gut, dass mir das QSF-104 vor die Flinte geriet. Ich habe es für 310 Bucks ersteigert und es kam eine Woche später aus Korea hier an. Der Zoll hat sich nicht dafür interessiert, von daher war es recht günstig. Es ist klein, handlich, ziemlich empfindlich (hier 0,12 uS/h bei 270 CPM) und läßt sich auch als Dosimeter verwenden; mit Zubehör (kleine Bleiburg) auch für die Kontaminationsmessung von Lebensmitteln. Es ist also recht vielseitig bei einem moderaten Preis. Im Vergleich zum Inspector Exp (der allerdings auch Alpha- u. Betastrahlen detecktiert) ist es in der Praxis viel empfindlicher. Ich hatte einige stärker strahlende Mineralien irgendwo im Keller verlegt, fand sie mit dem Inspector Exp nicht wieder, wohl aber mit dem QSF-104.

Es gibt natürlich auch den einen oder anderen Nachteil, mal abgesehen von der bauartbedingten Begrenzung auf den Nachweis von Gammastrahlen): es hält nicht so sehr lange durch und der Dosimeterbetrieb endet nach ca. 6h.

Gut ist vieleicht einen Tipp wert.

Happy Weekend
Peter
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asafschnuff

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Beitrag So 10. Apr 2016, 13:35

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Hey , ...... Glückwunsch.... Aber ehrlich gesagt bin ich etwas skeptisch was Messhaltigkeit und Lebensdauer angeht.
Mich würden die Ergebnisse auf einem Prüfstand interessieren. Nach meinen Erfahrungen funktionieren sogenannte Volksgeigerzähler die recht günstig zu bekommen sind nur im kleinst Dosisleistungsbereich halbwegs..... Je nach Isotop.
Alles was gar im mSV Bereich ist kann man als reine Augenwischerei betrachten . Es mag komisch klingen ....... Aber bisher kam mir kein günstiges Gerät in die Finger was wirklich funktionierte :shock: :o :o :o Es beginnt bei energieabhängigem Messverfahren und endet bei der Ignoranz von zeitgemäßen Messgrößen. In Deutschland ist das nun mal genau geregelt. Hinter dem großen Teich gibt es noch das Röntgen aber ehrlich gesagt ist das für mich eine Dimension ohne Aussagekraft.Nicht energiekompensierte Sonden zeigen trotz gleicher Aktivität bei unterschiedlichen Isotopen andere Zahlen....... Alles ausgedrückt in Sievert. D.H..... Ich habe z.B. (Gedankenspiel) 2 Quellen..... einmal Cobalt 60 und zum anderen Cäsium 137 .... Beide besitzen exakt die gleiche spez.Aktivität. Der zu erwartende Messfehler liegt bei etwa 200 % An der Cobalt Quelle lesen wir 100 mSv/h und am Cäsium 300 mSv/h ab . Wozu also messen ?
Eher funktionieren noch die uralt Militär Geräte die es zu guten Preisen mit etwas Glück zu kaufen gibt. Aber die verwendeten Zählrohre sind leider auch Jahrzente alt und taugen oft eher als Prüf Werkzeuge ..... Von einer realistischen Messung kann oft auch keine Rede sein......

Es gibt keine vernünftigen Strahlenmessgeräte für das kleine Geld.
LG
Marcel
Zuletzt geändert von asafschnuff am So 10. Apr 2016, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
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pansophos

Leicht Verstrahlter
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Beitrag So 10. Apr 2016, 14:40

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Hallo Marcel,

einige Deiner Aussagen würde ich so nicht stehenlassen. Beispielsweise bekommt man den sehr robusten FAG SV-500 mit aktuellem (russischen) Zählrohr für Beta-/Gammamessungen für unter 200 € - und der zeigt auch dann noch an wenn du deine letale Dosis längst bekommen hast. Empfindlich genug für kleinere Dosen ist er zumal.

Neuere brauchbare Geräte mit Pancake-Sonde wie den Inspector Exp USB kosten dann schon 700-800 €. Der QSF-104 steht irgendwo dazwischen. Er basiert nicht auf dem (im Vergleich dazu unempfindlichen) Geiger-Müller-Prinzip, sonder ist ein Szintillationszähler - allerdings auch nur für Gammadetektion. Er ist im Vergleich zum Inspector und zum SV-500 eine Größenordnung mindestens empfindlicher. Mit ihm konnte ich im Keller meine kleine Mineraliensammlung wiederfinden. Außerdem läßt er sich als Dosimeter verwenden und bietet die Möglichkeit auf langfristige Impulszählung umzuschalten.

Was jetzt die Genauigkeit betrifft: es geht hier ja eher um den privaten Bereich. Wenn ich es jetzt super genau wissen wollte, bräuchte ich beispielsweise ein Gammaspektrometer, einen Neutronendetektor etc. was mit Kosten von vielen T€ verbunden wäre. Außerdem hat man es im privat-öffentlichen Umfeld mehr mit Isopengemischen zu tun. Ich geh' mal davon aus, dass es hier nicht so einfach wie in Brasilien wäre, ein Co-60-Bestrahlungsgerät aufzuschneiden.

Gruß
Peter
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asafschnuff

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Beitrag So 10. Apr 2016, 14:58

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Es war Cäsium 137 :D
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asafschnuff

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Beitrag So 10. Apr 2016, 15:04

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Ja aber SV 500 zeigt mit externer Sonde immer Zerfälle pro Zeit . Die andere Skala verliert ihre Gültigkeit..... Und genau das ist der springende Punkt. Sobald die Äquivalents Dosisleistung ins Spiel kommt hast du einen verbindlichen Wert. Wenn jemand aussagt 200 ips gemessen zu haben kann niemand sagen wie hoch die Strahlung ist.
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pansophos

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Beitrag So 10. Apr 2016, 18:13

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Generell kann man wohl auch sagen, dass die Gammasensitivität mit der Anzahl der Impulse zunimmt. So hat das QSF-104 2000 CPM/µS/h, das Gamma Scout "nur" 90-120 CPM/µS/h.
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asafschnuff

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Beitrag So 10. Apr 2016, 22:32

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Natürlich ist die Szinti empfindlicher als ein Gmz ...... Das ist ja auch schön. Ich will dir auch nicht die Freude an dem Gerät nehmen..... Weiß sehr genau wie das ist. ;) :) aber wenn du noch ein bisschen tiefer in die Materie eintauchst wirst du wissen was ich meine. Leider ist echte Dosimetrie komplexer als man glauben möchte.

LG
Marcel
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pansophos

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Beitrag Mo 11. Apr 2016, 10:58

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Ich verstehe Dich doch und die Problematik ist ja auch bekannt: die Zerfälle sind nicht identisch mit dem "Clicks" bzw. den angezeigten "Impulsen" und die Umrechnung der Impulse in µS/h die in der Regel auf Cs137 geeicht ist. Alles das ist bekannt. Jetzt könnte man noch die Geometrie der Zählerrohre dazu nehmen, die bei Nahmessungen unter bestimmten Bedingungen zu hohe Werte vorgaukelt. Wie gesagt, das ist alles bekannt und man kann es nachlesen. Vielleicht sollte man auch noch erwähnen, dass Neutronenstrahlenquellen (denk' an die Castoren) noch schwerer will sagen überhaupt nicht mehr kostengünstig zu detektieren sind. Aber was nutzt das? Als Amateure / Liebhaber müssen wir halt mit dem auskommen, was wir uns leisten können. Und die wenigsten können sich einen Fuhrpark aus Szintillationszähler, GZ, Dosimeter (und auch da gibts Dutzende unterschiedlichster Typen und Anwendungsgebiete), Neutronendetektoren, Gamma-Spektrometer etc. leisten. Also muss man irgendwie Schwerpunkte setzen. Aus dem Grund habe ich hier mal das QSF-104 vorgestellt. Nicht weil es das beste Gerät wäre, sondern weil es ein sehr handliches Stück moderner Detektionstechnik zu einem moderaten Preis darstellt.

Ansonsten gilt natürlich der alte Spruch: je mehr Tick, desto schneller weg
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asafschnuff

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Beitrag Di 12. Apr 2016, 16:15

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

Ja natürlich, ..... Das liebe Geld. Bedenke bitte das ich mich seit fast 20 Jahren damit auseinander setze und seit knapp 2 Jahren selbst in der Messgeräte Entwicklung tätig bin.Das ist auch der Grund warum ich recht gut über die Stärken und Schwächen verschiedener Software und Schaltungen bescheid weiß. Die Kohle wächst mir auch nicht aus den Ohren, aber lieber kaufe ich mir nichts bevor mein Gerät ein kostengünstiger Kompromiss wird. Ein paar Monate sparen und dann sinnvoll investieren....... Meine Meinung ....
Vielleicht macht es mich auch ein bisschen wütend das viele Hersteller ,nach Fukushima ,wie Pilze aus dem Boden wachsen und Geräte anbieten die den Versand nicht wert sind .Alles um aus Katastrophenfällen Profit zu schlagen.
Während andere Firmen mit ihren Geräten allein 2 Jahre Entwicklungszeit benötigen in denen sie unzählige Tests durchlaufen um Zulassungsverfahren zu erlangen . Logischerweise ist es dann nicht möglich amtliche Messtechnik für 300 Euro anzubieten. Das funktioniert nur bei China Produkten gefertigt unter schlechten Bedingungen von vielen kleinen Kinderhänden.
Gerade in Deutschland von der PTB zugelassene Geräte sind zu 100 % jeden Cent Wert. Wer sich den Katalog für Dosimeter oder Dosisleistungsmessgeräte mal anschaut weiß was ein Hersteller erfüllen muss um das " Z " auf den Geräten zu erlangen.
Aus meiner Sicht ist das auch gut so..... Immerhin vertrauen wir den Geräten ja die Beurteilung einer Bedrohungslage für unsere Gesundheit an..... Nehmen wir nur mal die Überlastbarkeitsprüfung ........ Ohne diese zeigen Geräte wenn der Messbereich überschritten wird nahezu nichts an, ...... Obwohl ein hohes Strahlungs Niveau besteht. Während amtliche Geräte beim überschreiten bis zum 50 fachen des Messbereichs overflow zeigen und den Nutzer warnen. Ich würde wetten das es auch in der Zone nicht auszuschließen ist das es Orte gibt die zugänglich sind und die Odl im mSV/ h Bereich ist.
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jsbid

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Beitrag Di 12. Apr 2016, 20:57

Re: Neues Spielzeug: Q-Safe Scintillation Detector

asafschnuff hat geschrieben:Leider ist echte Dosimetrie komplexer als man glauben möchte.

Ich sag immer:

Wenn einer Gleichspannung misst, dann betraegt die Wahrscheinlichkeit
95%, dass er die Ergebnisse versteht und richtig interpretiert.

Wenn einer Wechselspannung misst, dann sinds nur noch 50%.

Und bei Strahlung ists dann noch 1% ;-)
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